Krankheitsbild

Autoimmun-Erkrankungen

Über 50 verschiedene Autoimmun-Erkrankungen sind heute bekannt. Sie alle teilen ein Muster: das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper.

Neue Therapien

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche und vielversprechende neue Therapieansätze entwickelt worden. Das wichtigste Grundprinzip in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen besteht weiterhin in der Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktion.

Für viele der neueren Behandlungsprinzipien gilt allerdings, dass ihr Stellenwert bisher nur in Ansätzen — und oft nur für einzelne Erkrankungen — geklärt wurde. Hier besteht nach wie vor erheblicher Forschungsbedarf. Dadurch ist es außerhalb der Routine nicht immer einfach, Chancen, Kosten und Risiken einer Behandlung abzuwägen.

→ Berichte zu aktuellen Entwicklungen finden Sie unter Aktuelles.

Autoimmun-Erkrankungen im Überblick

Autoimmun-Erkrankungen werden in der Medizin als eigenständiges Krankheitsgebiet zusammengefasst. Der Formenkreis ist vielfältig — gemeinsam ist allen, dass das Immunsystem eine Abwehrreaktion gegen körpereigene Antigene entwickelt.

Als Antigene werden Moleküle bezeichnet, die im Körper vom Immunsystem als fremdartig identifiziert werden. So erkennt der Organismus etwa entartete oder virusinfizierte Zellen anhand ihrer veränderten Oberflächenstruktur und kann sie über Komponenten des Immunsystems (Makrophagen, T-Zellen) gezielt zerstören.

Im Gegensatz dazu lässt sich die Autoimmunität als Versagen gegenüber körpereigenen Molekülen beschreiben: Sie werden irrtümlicherweise als fremdartig eingestuft und als „Autoantigen” klassifiziert. Die so generierte Autoimmunität ist Folge einer fehlgeleiteten Kontrolle der körpereigenen immunologischen Reaktion.

Wenn sich eine langanhaltende Immunantwort gegen körpereigene Antigene entwickelt, entstehen chronisch entzündliche Gewebeschädigungen. Diese können organ- oder gewebespezifisch beschränkt sein oder sich als systemische Reaktion im gesamten Körper manifestieren.

Die Mechanismen, die zur Auslösung führen, sind bis heute nicht eindeutig erforscht. Neben Umweltfaktoren deuten Ergebnisse aus der Zwillingsforschung darauf hin, dass bestimmte Gene eine Anfälligkeit bedingen. Weiterhin treten autoimmune Erkrankungen vermehrt als Folge schwerer Infektionen auf.

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Bekannte Autoimmun-Erkrankungen

Eine Auswahl der heute bekannten Autoimmun-Erkrankungen (klickbare Links führen zu weiterführenden Informationen):